| Zivilrechtliche Haftung
und strafrechtliche Verantwortung des
GmbH-Geschäftsführers bei Insolvenzverschleppung
Zusammenfassung:
Dietmar Höffner liefert mit diesem Werk einen Beitrag zur Entkriminalisierungsdiskussion
des Strafrechts. Er untersucht die Pflicht des GmbH-Geschäftsführers
zur Insolvenzantragsstellung. Der Verstoß gegen diese Pflicht
zieht sowohl zivilrechtliche (Haftung) als auch strafrechtliche
Folgen (Strafbarkeit) nach sich. Seine Darstellung umfasst zunächst
eine Gegenüberstellung der beiden Sanktionssysteme. Haftung
und Strafrecht werden nach Herkunft und Aufgabe im Rechtssystem
verortet. Danach geht der Autor auf die Einzelheiten des materiellen
und prozessualen Rechts ein. Als herausragende Unterschiede von
Haftung zu Strafbarkeit hält er vor allem die Durchsetzung
der Rechtsfolge und die Rechtsfolge selbst fest.
Im Anschluss greift der Autor die Diskussion zum Grundsatz "Strafrecht
als ultima ratio des Gesetzgebers" auf. Zunächst durchleuchtet
er die Aussagen des Bundesverfassungsgerichts zu diesem Grundsatz
und kommt zu dem Ergebnis, dass der ultima ratio Grundsatz in der
Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts bislang lediglich eine
Tendenz zu einer weiteren Kriminalisierung, nicht aber zu einer
Entkriminalisierung des Rechts verwendet wird. Im weiteren behandelt
der Autor die ultima ratio Diskussion in der Literatur und dabei
insbesondere die Grundsätze der Erforderlichkeit, der Verhältnismäßigkeit
und den Subsidiaritätsgrundsatz. Eine Prüfung der verschiedenen
Begründungszusammenhänge kommt zu dem Schluss, dass allein
das Subsidiaritätsprinzip taugliche Grundlage für die
Herleitung des ultima ratio Grundsatzes sein kann.
Eine Anwendung des Subsidiaritätsgrundsatzes auf die beiden
Tatbestände der Insolvenzverschleppung hat zum Ergebnis, dass
der Subsidiaritätsgrundsatz die Sanktionierung der Insolvenzverschleppung
allein durch die zivilrechtliche Haftung bevorzugt. Die abschließende
Diskussion dieses Ergebnisses zeigt weitere Vorzüge der Lösung
auf.
Inhaltsübersicht:
Einleitung - Erster Teil: Zivilrechtliche Haftung und strafrechtliche
Verantwortlichkeit des GmbH-Geschäftsführers bei Insolvenzverschleppung:
Die Pflicht zur Stellung des Insolvenzantrages - Zivilrechtliche
Haftung: § 823 Abs. 2 BGB - Strafrechtliche Verantwortlichkeit
- Bestandsaufnahme: Vergleich zivilrechtlicher Haftung mit strafrechtlicher
Verantwortlichkeit - Zweiter Teil: Strafrecht als ultima ratio der
Rechtspolitik: Ultima ratio und Entkriminalisierung - Rechtsprechung
des Bundesverfassungsgerichts zum ultima ratio Prinzip - Überblick
über die Herleitung des ultima ratio Grundsatzes in der Literatur
- Die Erforderlichkeit des Strafgesetzes - Das Subsidiaritätsprinzip
- Dritter Teil: Insolvenzverschleppung und ultima ratio: Subsidiaritätsprinzip
und Zivilrecht versus Strafrecht - Effektivierung der Rechtsverfolgung
durch Privatisierung - Betrachtung zum Rechtsgüterschutz -
Folgerungen für das Wirtschaftsstrafrecht – Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis - Sachwortverzeichnis
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